
Ab dem 5. Juli 2026 wird der bisherige CoC-Nachweis in der EU schrittweise in einen digitalen Ablauf überführt. Für Fahrzeughersteller bedeutet das nicht nur, dass bestehende Unterlagen anders bereitgestellt werden. Wichtig ist vor allem, dass die Daten zum Fahrzeug, das passende Zertifikat und die technische Signatur zuverlässig zusammenspielen.
Ein digitales Certificate of Conformity, deutsch: Konformitätszertifikat, für die EU soll den Prozess rund um die Zulassung einfacher, sicherer und besser prüfbar machen. Damit das gelingt, sollten Unternehmen früh klären, wo relevante Daten liegen, wer sie freigibt und wie der digitale Nachweis später von der öffentlichen Hand geprüft werden kann. So entsteht kein isoliertes IT-Projekt, sondern ein belastbarer Ablauf, der in die tägliche Arbeit passt.
Was sich für Fahrzeughersteller ändert
Das CoC bleibt inhaltlich ein Nachweis dafür, dass ein Fahrzeug zur genehmigten Ausführung passt. Neu ist, dass diese Konformitätserklärung nicht mehr wie ein klassisches Papier abgewickelt wird, sondern als strukturierte digitale Information. Dadurch können Zertifizierungsstellen schneller prüfen, ob die Angaben vollständig sind und ob der Nachweis wirklich zu dem betroffenen Fahrzeug gehört.
Für viele Unternehmen beginnt die Vorbereitung bei den vorhandenen COCs. Sie zeigen, welche Angaben heute schon genutzt werden, welche Dokumente dafür herangezogen werden und an welchen Stellen es noch manuelle Schritte gibt. Genau diese Punkte sollten vor der Umstellung sauber geprüft werden, damit der spätere Ablauf nicht an kleinen Datenfehlern scheitert.
Warum das Zertifikat im Mittelpunkt steht
Beim digitalen Ablauf reicht es nicht, die bisherigen Angaben nur elektronisch zu speichern. Der Nachweis muss so abgesichert werden, dass Herkunft und Unverändertheit nachvollziehbar bleiben. Dafür wird ein Zertifikat benötigt, das zur Organisation passt und korrekt in das Verfahren eingebunden ist.
Das Zertifikat verbindet die Signatur mit einer geprüften Identität. Verwaltungen können dadurch erkennen, ob der digitale Nachweis von einer berechtigten Stelle stammt. Ohne ein passendes Zertifikat kann ein inhaltlich richtiger Nachweis trotzdem abgelehnt werden, weil die technische Prüfung nicht sauber abgeschlossen werden kann.
Deshalb sollten Hersteller früh festlegen, welche Zertifikatstypen genutzt werden, wer das Zertifikat verwaltet und wie lange das Zertifikat gültig ist. Entscheidend ist außerdem, dass der Zertifikatstyp zum konkreten Zweck passt und im laufenden Betrieb zuverlässig erneuert werden kann.
Sicherheit, Schlüssel und Verantwortlichkeiten
Ein wichtiger Punkt ist der Schlüssel, mit dem die Signatur technisch ausgelöst wird. Dieser Schlüssel muss geschützt und eindeutig zugeordnet sein, damit die Sicherheit des gesamten Ablaufs erhalten bleibt. Ebenso wichtig ist, dass der Schlüssel nicht losgelöst vom Vorgang betrachtet wird, sondern mit Rollen, Freigaben und Kontrollen verbunden ist.
In der Praxis sollte klar sein, wer den Schlüssel nutzen darf, wer den Schlüssel verwaltet und wer eingreift, wenn der Schlüssel erneuert oder gesperrt werden muss. Nur so bleibt der Ablauf stabil, ohne dass im Tagesgeschäft Unsicherheit entsteht.
Auch die Identität des Ausstellers und die Identität des Objektes müssen nachvollziehbar bleiben. Der digitale Nachweis bezieht sich immer auf ein bestimmtes Fahrzeug, nicht nur auf eine allgemeine Produktlinie. Die Zuordnung des Objektes muss deshalb mit den Daten im Nachweis übereinstimmen.
Technische Ausstellung des digitalen CoC
Im technischen Ablauf werden Fahrzeugdaten, Kennzeichnung, Zertifikat und Signaturworkflow miteinander verbunden. Bevor Hersteller eine digitale Konformitätsbescheinigung signieren, sollte geprüft werden, ob der richtige Schlüssel verwendet wird, ob die Verwaltung des Schlüssels dokumentiert ist und ob bei mehreren Schlüsseln klare Zuständigkeiten bestehen.
Die eingesetzten Benutzerzertifikate oder ein einzelnes Benutzerzertifikat sollten in einem geschützten Zertifikatsspeicher liegen und nur für berechtigte Abfragen genutzt werden. Hier kann ein Vertrauensdiensteanbieter eine zentrale Rolle übernehmen: Er stellt Zertifikate bereit, unterstützt die sichere Verwaltung von Schlüsseln und sorgt dafür, dass Signaturen später überprüfbar bleiben.
Je nach technischer Architektur können außerdem eine Zertifizierungsinstanz, mehrere Zertifizierungsinstanzen oder angebundene Zertifizierungsstellen beteiligt sein. Wichtig ist dabei, dass die jeweilige Zertifizierungsstelle nicht mit dem Hersteller als Aussteller des CoC verwechselt wird. Der Vertrauensdiensteanbieter unterstützt also nicht die inhaltliche Bewertung des Fahrzeugs, sondern die technische Vertrauensbasis für den digitalen Nachweis.
Entscheidend bleibt, dass der Ablauf die geltenden EU-Vorschriften zur Einhaltung der Normen unterstützt und tatsächlich einhält. Nur dann kann der digitale Nachweis später zuverlässig für die Fahrzeugzulassung und die Betriebserlaubnis verwendet werden.
Wichtige Abgrenzung: CoC und Zertifizierungsstelle
Das Certificate of Conformity ist normalerweise keine Bescheinigung einer klassischen Zertifizierungsstelle, sondern eine EU-Übereinstimmungsbescheinigung, ausgestellt vom Hersteller oder dessen bevollmächtigter Vertretung.
Bestehende Nachweise sinnvoll nutzen
Bestehende COCs sind eine gute Grundlage für die Umstellung, weil sie zeigen, wie der heutige Nachweis aufgebaut ist. Gleichzeitig sollten sie nicht einfach übernommen werden. Besser ist es, die Inhalte mit den aktuellen Datenquellen abzugleichen und zu prüfen, ob jedes Dokument noch vollständig und eindeutig ist.
Wenn COCs, interne Freigaben und technische Daten sauber zusammengeführt werden, entsteht ein stabiler Prozess. Dazu gehört auch, dass jedes Zertifikat regelmäßig geprüft wird. Ein abgelaufenes Zertifikat, ein falsch eingebundenes Zertifikat oder ein nicht passendes Zertifikat kann dazu führen, dass der digitale Nachweis nicht akzeptiert wird.
Gerade deshalb lohnt es sich, den Ablauf früh zu testen. Unternehmen sollten prüfen, ob die Daten zum Fahrzeug korrekt sind, ob das Zertifikat technisch verwendet werden kann und ob die Rückmeldung der Dienststellen verständlich ausgewertet wird.
Fazit
Das digitale Certificate of Conformity wird für Fahrzeughersteller zu einem festen Bestandteil der Fahrzeugzulassung. Wer den Wechsel früh vorbereitet, kann Fehler vermeiden und den Aufwand im laufenden Betrieb deutlich reduzieren.
Entscheidend sind ein klares Verfahren, ein gültiges Zertifikat, geschützte Signaturdaten und eine saubere Zuordnung zum Fahrzeug. So entsteht ein Nachweis, der die Sicherheit erhöht und von Zulassungsstellen zuverlässig geprüft werden kann.
SIGN8 unterstützt Unternehmen dabei, das passende Zertifikat bereitzustellen, bestehende Dokumente einzuordnen und die technische Einbindung sicher aufzubauen.
FAQ: Certificate of Conformity und eCoC
Was ist ein digitales Certificate of Conformity?
Ein digitales Konformitätszertifikat ist der elektronische Nachweis, dass ein Fahrzeug zur genehmigten Ausführung passt und für die Fahrzeugzulassung genutzt werden kann.
Warum ist das Zertifikat so wichtig?
Es verbindet die Signatur mit einer geprüften Organisation. Dadurch können Zulassungsstellen für Fahrzeuge nachvollziehen, ob der Nachweis von der richtigen Stelle stammt.
Welche Rolle spielt das CoC?
Der Nachweis bleibt als fachlicher Ausgangspunkt wichtig. Die digitale Umsetzung verändert vor allem die Art, wie Daten bereitgestellt und geprüft werden.
Warum sind vorhandene Nachweise für die Vorbereitung hilfreich?
COCs zeigen, welche Angaben im bisherigen Ablauf genutzt wurden. Dadurch lassen sich Datenquellen, Dokumente und Verantwortlichkeiten besser prüfen.
Welche Rolle spielt die Zertifizierungsinstanz?
Hier kommt auch die Zertifizierungsinstanz ins Spiel. Die Zertifizierungsinstanz unterstützt dabei, dass Prüfung, Zertifikat und Anforderungen zusammenpassen. Außerdem sollte früh geklärt werden, welche Zertifizierungsinstanz eingebunden wird und wie die Zertifizierungsinstanz in den laufenden Vorgang passt. Dadurch entsteht die Grundlage für einen Ablauf, den Behörden später ohne zusätzlichen Medienbruch prüfen können.
Welche Rolle spielen TLS, Authentifizierung und sichere Übertragung?
Neben dem Signieren selbst spielt auch TLS eine wichtige Rolle, weil die Daten bei der Übertragung zwischen Hersteller, Systemen und Behörden geschützt werden müssen. TLS dient dabei der sicheren Verbindung und unterstützt die Authentifizierung der beteiligten Systeme.
Hersteller sollten prüfen, welche Zertifikatsspeicher genutzt werden, wie Benutzerzertifikate oder ein einzelnes Benutzerzertifikat eingebunden sind und ob die Verwendung zum jeweiligen Zweck passt. Wichtig ist außerdem, dass nicht jeder Benutzer oder die Rolle eines Benutzers ohne klare Freigabe auf Signaturfunktionen zugreifen kann.
Wenn mehrere Benutzer Zugriff erhalten, sollten Rollen, Rechte und Protokolle eindeutig geregelt sein. Für natürliche Personen kann je nach Prozess auch eine Identifikation über einen Personalausweis relevant sein, etwa wenn eine berechtigte Person für die Freigabe oder technische Unterschrift verantwortlich ist.
Anbieter, die solche Lösungen anbieten, sollten deshalb nicht nur das Signieren, sondern auch die sichere Übertragung, die Prüfung der Zertifikate und die spätere Überprüfung durch Ämter unterstützen.
Welche Unterlagen und Dokumentationen brauchen Hersteller?
Für die digitale Erstellung eines CoC sollten Hersteller früh festlegen, welche Unterlagen aus bestehenden Prozessen übernommen werden und wie sie eine belastbare Konformitätserklärung oder mehrere Konformitätserklärungen digital erstellen. Dabei geht es nicht nur um die technische Umsetzung, sondern auch um die Einhaltung der geltenden Vorschriften, Normen, Richtlinien und jeder relevanten Richtlinie.
Die digitale Konformitätsbescheinigung muss zeigen, dass das jeweilige Produkt, die betroffenen Produkte oder die Eigenschaften des Produkts den Normen entsprechen. Dazu gehören auch eine nachvollziehbare Konformitätsbewertung oder mehrere Konformitätsbewertungen, eine klare Kennzeichnung des Fahrzeugs sowie eine vollständige Dokumentation und gegebenenfalls ergänzende Dokumentationen.
Nur wenn der Ablauf die Anforderungen tatsächlich einhält, kann der Nachweis später für die Fahrzeugzulassung und die Betriebserlaubnis zuverlässig genutzt werden. Die Struktur des digitalen Konformitätserklärungs-Prozesses sollte deshalb so aufgebaut sein, dass öffentliche Institutionen Inhalt, Herkunft, Signaturen und technische Konformität ohne Medienbruch überprüfen können.
Welchen Zweck hat die Konformitätserklärung im digitalen Ablauf?
Der Zweck der Konformitätserklärung besteht darin, nachvollziehbar zu bestätigen, dass ein Fahrzeug die relevanten Normen erfüllt und die erforderliche Konformität für die weitere Fahrzeugzulassung vorliegt. Bei der digitalen Erstellung sollten Hersteller genau festlegen, welche Daten sie erstellen, wie die Kennzeichnung des Fahrzeugs erfolgt und wie die Einhaltung der Anforderungen dokumentiert wird.
Die Konformitätserklärung dient dabei nicht nur internen Zwecken, sondern ist eine zentrale Grundlage für die Betriebserlaubnis und kann als digitale Konformitätsbescheinigung in den Zulassungsprozess eingebunden werden. Damit der Ablauf rechtssicher bleibt, muss das Dokument korrekt signiert werden; dafür kommen je nach Verfahren Benutzerzertifikate oder ein bestimmtes Benutzerzertifikat zum Einsatz, die in einem geschützten Zertifikatsspeicher verwaltet werden.
Die technische Authentifizierung stellt sicher, dass die verantwortliche Stelle eindeutig zugeordnet werden kann. Je nach Prozess kann zusätzlich geprüft werden, ob eine verantwortliche Person über einen Personalausweis identifiziert wurde.
So wird das digitale Signieren belastbar, mehrere Unterschriften können nachvollziehbar geprüft werden, und der gesamte Prozess des Konformitätserklärungs-Nachweises bleibt transparent. Entscheidend ist, dass das Verfahren die regulatorischen Anforderungen tatsächlich einhält und die Konformitätserklärungen später von Behörden zuverlässig geprüft werden können.








