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Qualifizierte elektronische Signatur Beispiel:

Neun Praxisfälle für die Anwendung

Wenn du nach „qualifizierte elektronische Signatur Beispiel“ suchst, willst du meist vor allem eins: konkrete Situationen, in denen die Qualifizierte Elektronische Signatur, kurz QES, wirklich Sinn macht und wo sie dir die gleiche rechtliche Wirkung wie eine handschriftliche Unterschrift liefert. Genau das macht die eIDAS-Verordnung klar: Eine qualifizierte elektronische Signatur hat die gleiche Rechtswirkung einer handschriftlichen Unterschrift und wird EU-weit anerkannt.

Damit das in der Praxis auch wirklich trägt, muss die QES bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Sie basiert auf einem qualifizierten Zertifikat, das einer Person eindeutig zugeordnet ist. Und sie wird mit einem qualifizierten Signaturerstellungsgerät (QSCD) erzeugt. Das bedeutet in einer Umgebung, die den privaten Schlüssel besonders schützt und sicherstellt, dass die Signatur nicht einfach kopiert oder manipuliert werden kann. Erst dieses Zusammenspiel macht aus „digital unterschrieben“ eine Signatur, die in sensiblen Prozessen und bei formalen Anforderungen rechtlich belastbar ist.

Im Folgenden stellen wir dir neun Anwendungsfälle aus der Praxis vor, wie du die QES in deinem Unternehmensalltag einsetzen kannst.

Qualifizierte Elektronische Signatur Beispiel

Neun Beispiele für den Einsatz qualifizierter elektronischer Signaturen in der Praxis 

Kreditvertrag / Darlehen

Kredit- und Darlehensverträge gehören zu den klassischen Anwendungsfällen für die qualifizierte elektronische Signatur. Banken und Finanzdienstleister setzen hier bewusst auf die QES, um die gesetzlich geforderte Schriftform vollständig digital abzubilden.
Für Kund:innen bedeutet das: kein Ausdrucken, kein Postversand, keine Medienbrüche und trotzdem ein Vertrag, der rechtlich genauso wirksam ist wie auf Papier unterschrieben.

Vertragskündigung bei vereinbarter Schriftform

Viele Verträge enthalten sogenannte Schriftformklauseln, etwa in IT-, Beratungs- oder Leasingverträgen. Wird dort die elektronische Form zugelassen, ist die QES der rechtssicherste Weg, um eine Kündigung digital zu erklären.
Statt Unsicherheit („Reicht eine Mail?“) sorgt die qualifizierte elektronische Signatur dabei für Klarheit.

Wichtige Vertragsänderungen (Nachträge, Change Requests)

Laufzeitverlängerungen, Preisanpassungen oder Änderungen des Leistungsumfangs wirken oft harmlos, führen später jedoch häufig zu Diskussionen.
Mit einer QES signierte Nachträge sorgen für eine eindeutige Dokumentation, wer der Änderung zugestimmt hat und in welcher Fassung. Das reduziert Auslegungsfragen und schafft Rechtssicherheit auf beiden Seiten.

B2B-Rahmenverträge mit hohem Risiko

Bei langfristigen Lieferverträgen, großen Projektverträgen oder Outsourcing-Vereinbarungen steht viel auf dem Spiel. Auch wenn rechtlich nicht immer zwingend eine QES vorgeschrieben ist, wird sie hier oft bewusst eingesetzt.
Der Grund: Beweisbarkeit und Integrität. Im Streitfall lässt sich eindeutig nachweisen, dass der Vertrag unverändert und von den richtigen Personen unterzeichnet wurde.

Öffentlicher Sektor: formale Erklärungen und Unterlagen

Ein Urteil
des VGH Baden-Württemberg hat klargestellt: Wenn Kommunen Satzungen oder amtliche Bekanntmachungen online veröffentlichen, müssen sie gegen Verfälschung abgesichert sein. Die QES gilt dabei nach dem Urteil als Mindesterfordernis. Fehlt die qualifizierte Signatur, kann die Bekanntmachung unwirksam sein.

Freigaben in regulierten Branchen

In stark regulierten Branchen wie Pharma, Energie oder Finanzwesen spielen Audit-Trails, Rollenmodelle und revisionssichere Prozesse eine zentrale Rolle.
Die QES wird hier häufig als Standard eingesetzt, weil sie eindeutig dokumentiert, wer wann welche Entscheidung getroffen hat – selbst dann, wenn rechtlich auch eine niedrigere Signaturstufe möglich wäre.

Datenschutz- & Compliance-Dokumente, bei denen du später Beweise brauchst

Bei sensiblen Einwilligungen, Risikofreigaben oder besonderen Verpflichtungserklärungen zählt vor allem eines: die Nachweisbarkeit.
Mit einer QES lassen sich Diskussionen im Audit deutlich reduzieren, etwa bei der Frage: „Wer hat dieses Dokument freigegeben und zu welchem Zeitpunkt?“ Die Signatur liefert darauf eine klare, prüfbare Antwort.

Internationale Signaturprozesse in der EU

Wenn du EU-weit mit Kund:innen, Partnern oder Niederlassungen arbeitest, ist die QES besonders hilfreich.
Durch die eIDAS-Verordnung wird sie grenzüberschreitend anerkannt, sodass du nicht für jedes Land eigene Signaturprozesse aufsetzen musst. Ein klarer Vorteil für internationale Vertragsabläufe.

Interne Freigaben mit Haftungsbezug

Nicht jede interne Zustimmung braucht eine QES. Geht es jedoch um Budgets, rechtliche Verpflichtungen oder Haftung, wird sie häufig als pragmatischer Standard genutzt.
Gerade bei Freigaben durch Geschäftsführung, Einkauf oder Finance sorgt die QES für Klarheit und schützt vor späteren Unklarheiten.

Wann eine qualifizierte elektronische Signatur nicht reicht

Wichtig: Es gibt Fälle, in denen das Gesetz die elektronische Form ausdrücklich ausschließt. Zwei sehr klare Beispiele im BGB:

  • Kündigung oder Aufhebungsvertrag im Arbeitsrecht: elektronische Form ist ausgeschlossen.

  • Bürgschaftserklärung: elektronische Form ist ausgeschlossen.

Auch bei Vorgängen, die notarielle Beurkundung verlangen, ersetzt QES das Notariat nicht.

Du möchtest nun selbst qualifiziert elektronisch unterschreiben? 

Achte darauf, dass du dabei mit einem qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter arbeitest. Eine offizielle Übersicht (Deutschland/EU) findest du über die Bundesnetzagentur bzw. die Trust-Service-Übersichten: webgate.ec.europa.eu/tl-browser/